Genf und die Uhrmacherkunst

Genf ist untrennbar mit der Geschichte der Uhrmacherkunst verbunden. Seit dem 16. Jahrhundert hat die Stadt die Zeitmessung zu einer wahren Kunstform erhoben und sich so zu einer der Welthauptstädte der Haute Horlogerie entwickelt. Museen, Denkmäler und legendäre Geschäfte laden heute dazu ein, in diese einzigartige Tradition einzutauchen.

Hier finden Sie eine Liste mit Orten, die wir Ihnen empfehlen, wenn Sie mehr über Genf als Zentrum der Uhrmacherkunst erfahren möchten.

Ein wenig Geschichte

Alles begann Mitte des 16. Jahrhunderts, als der Reformator Jean Calvin in Genf das Tragen äußerer Zeichen von Reichtum verbot. Da ihnen die Arbeit als Juweliere und Goldschmiede nun verwehrt war, wandten sich viele Handwerker der Uhrmacherei zu. Zwei Jahrhunderte später exportiert Genf bereits rund 60.000 Uhren pro Jahr, und sein Know-how strahlt in die gesamte Region aus, bis hin zum Jurabogen.

Auch heute noch gilt das Genfer Punzzeichen als eines der anspruchsvollsten Gütesiegel der Uhrenindustrie und garantiert eine makellose Verarbeitungsqualität.

Das Viertel Saint-Gervais

Bevor sie zu weltbekannten Namen wurden, entwickelte sich die Genfer Uhrmacherkunst im 18. Jahrhundert dank der „Cabinotiers“: Uhrmacher, Juweliere, Graveure oder Emailleure, die zu Hause in kleinen, erhöht gelegenen und von Tageslicht durchfluteten Werkstätten arbeiteten. Das Viertel Saint-Gervais am rechten Ufer zwischen dem Bahnhof und der Rhône war das Herzstück dieser Tätigkeit – Jean-Jacques Rousseau, selbst gebürtiger Einwohner des Viertels und ehemaliger Uhrmacherlehrling, sprach bereits voller Bewunderung davon.
Wenn Sie durch die Straßen des Viertels schlendern, insbesondere durch die Rue Rousseau und die Rue Chantepoulet, schauen Sie nach oben: Noch heute sind die langen Reihen kleiner Fenster zu erkennen, mit denen diese Handwerker das Licht in ihren Werkstätten optimal nutzten.

Das Patek-Philippe-Museum

Das in einem ehemaligen Industriegebäude im Quartier des Bains untergebrachte Patek-Philippe-Museum ist das größte Uhrenmuseum in Genf. Auf vier Etagen bietet es eine Reise durch 500 Jahre Geschichte der Uhrmacherkunst und der Emaillekunst in Genf, der Schweiz und Europa: historische Uhren, musikalische Automaten, Miniaturporträts auf Emaille und natürlich die Kreationen der Manufaktur seit ihrer Gründung im Jahr 1839.
Das Museum ist für die Öffentlichkeit zugänglich, es wird jedoch empfohlen, die Eintrittskarten im Voraus online zu reservieren.

Die Blumenuhr

Die im Jardin Anglais am Seeufer gelegene „Horloge Fleurie“ ist nach dem Jet d’eau eines der meistfotografierten Denkmäler Genfs. Sie besteht aus etwa 6.500 Blumen, die in konzentrischen Kreisen angeordnet sind und sich im Laufe der Jahreszeiten verändern, und ist zudem dafür bekannt, einen der längsten Sekundenzeiger der Welt zu besitzen, der 2,5 Meter lang ist. Die 1955 errichtete Uhr ist zu einem Symbol für die Uhrmachertradition der Stadt geworden.
Sie ist frei und kostenlos zugänglich und ein unverzichtbarer Zwischenstopp bei einem Spaziergang entlang des Sees.

Ein Rundgang, bei dem man alles sehen kann

Diese verschiedenen Orte eignen sich gut für einen Spaziergang durch mehrere charakteristische Stadtviertel. So lässt sich Ihre Route ganz einfach planen.

Beginnen Sie Ihren Rundgang im Stadtteil Saint-Gervais, nur wenige Schritte vom Bahnhof entfernt, und halten Sie Ausschau nach den Fenstern der ehemaligen Uhrmacherwerkstätten. Überqueren Sie anschließend die Rhône über die Pont de la Machine, wo sich die Fondation de la Haute Horlogerie befindet.

Gehen Sie weiter zum Quai de l’Île und gelangen Sie dann in die unteren Straßen und die Altstadt, die für ihre zahlreichen Uhrengeschäfte bekannt sind – Rolex, Patek Philippe, Vacheron Constantin, Chopard, Piaget und viele andere haben hier ihre Geschäfte, oft nur wenige Meter voneinander entfernt. Ob Sie nun einfach nur neugierig sind oder auf der Suche nach einem Zeitmesser – anderswo findet man kaum eine solche Konzentration an hochwertiger Uhrmacherkunst, die zu Fuß erreichbar ist. Dabei bietet sich auch die Gelegenheit, an einer Fassade das berühmte Genfer Punzzeichen zu entdecken, das auf einigen der ausgestellten Stücke eingraviert ist.

Beenden Sie Ihren Rundgang am Seeufer im Jardin Anglais mit der unverzichtbaren Blumenuhr – und wenn es die Zeit erlaubt, machen Sie einen Abstecher ins Viertel Les Bains, um das Patek-Philippe-Museum zu besuchen.

Watches & Wonders Genf

Jedes Jahr im April wird Genf für eine Woche zum Zentrum der weltweiten Uhrenbranche – anlässlich der Messe „Watches & Wonders“. Die im Palexpo stattfindende Veranstaltung versammelt die größten Schweizer und internationalen Manufakturen – Rolex, Patek Philippe, Vacheron Constantin, Cartier, Audemars Piguet –, die dort ihre Neuheiten vorstellen. Während die Messe zu Beginn der Woche Fachbesuchern vorbehalten ist, steht der letzte Teil der Veranstaltung (in der Regel von Samstag bis Montag) der breiten Öffentlichkeit offen, mit Führungen und Veranstaltungen in der gesamten Innenstadt. Eine hervorragende Zeit für einen Besuch in Genf, wenn Sie sich für die Uhrmacherkunst begeistern.

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